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Artikel in der Wochenzeitung vom 07.07.2016

DER FURCHT MIT SCHLÄUE TROTZEN
Schuljahresabschluss Trubschachen

In der Landschulwoche im vergangenen Herbst haben die Kinder der 6. Klasse von Trubschachen erlebt, wie es ist, übers Moor zu gehen. Während einer Tageswanderung durchquerten sie - sicher begleitet - eine Sumpflandschaft, die den Schauer aus Droste-Hülshoffs Gedicht „Der Knabe im Moor“ mehr als ein Quäntchen nachfühlen liess. Mit dem Moor-Gedicht begann das imposante Theater derselben Klasse. Als Krönung des Schulabschlusses durfte sich die vollständige Schulgemeinschaft am grossen Unterhaltungswert des minuziösen, aufwändigen und trotzdem in schlichter Darstellung inszenierten Theaters freuen.

Die jugendlichen Schauspielerinnen und Schauspieler führten die präzise zugeschnittenen Rollen so authentisch auf, dass aber auch gar nichts angelernt wirkte. Der Klassenlehrer Jürg Fuhrer verstand es, den Kindern die Botschaft und Inszenierung des Stückes „Das Gespensterschloss“ so zu übermitteln, dass die Aufführung für die Kinder ein müheloses Unterfangen zu sein schien, davon sie selber begeistert waren. Diese Begeisterung war nach den insgesamt drei Aufführungen jeweils im ganzen Dorf zu vernehmen. Ob sehr lange Rollen oder in doppelter Funktion gespielte Rollen, die lustigen wiederkehrenden oder die verantwortungsvolle Aufgabe des Technikers, in jeder Handlung zeigten sich die Kinder sicher und gefasst -„ja, genau!“
Dass der Töpfer-Michu sich nicht einmal vor dem geisterhaften Moor fürchtete und durch seine Schläue sogar das ganze Schloss von der Verdammnis erlösen konnte, erbrachte ihm die Gunst der Prinzessin.
Der Furcht mit Schläue zu trotzen, diese Lektion lehrte mich der Hauptdarsteller deutlich und sehr sympathisch.

Nach dem begeisterten Applaus der ganzen Schule verabschiedete die Schulgemeinschaft zwei Lehrpersonen, welche aus Gründen der Lektionen-Reduktion die Schule verlassen. Dem Schulleiter, Walter Guggisberg, wurden anschliessend seine beachtlichen 40 Jahre Schultätigkeit herzlich verdankt. Die Schlussfeier rundeten die Neuntklässlerinnen und Neuntklässler mit dankbarem Blick auf die vergangene Schulzeit ab. Sie verabschiedeten sich kurz und würdig. Alle Austretenden dürfen furchtlos in die Ferien fahren, da sie im August eine Lehrstelle oder ein auf ihren Beruf vorbereitendes Ausbildungsjahr beginnen können. Die Tränen des Abschieds und das dazwischen aufblitzende Lächeln der Vorfreude auf die Ferien mischten sich jetzt in das Lebewohl Sagen, das gehört genau zu diesem Moment des Schlusspunkts.